Uber, Taxi oder Mietwagen: Welche Rechte FahrgÀste wirklich haben

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Wer per App ein Auto bestellt, am Bahnhof ins Taxi steigt oder fĂŒr eine geplante Fahrt einen Mietwagen mit Fahrer bucht, denkt meist zuerst an Preis, Wartezeit und Komfort. Rechtlich macht es aber einen erheblichen Unterschied, ob ein Taxi fĂ€hrt oder ein Mietwagenunternehmen die Fahrt ausfĂŒhrt. Das gilt auch dann, wenn die Bestellung ĂŒber eine bekannte App erfolgt und sich die Fahrt fĂŒr den Fahrgast Ă€hnlich anfĂŒhlt.

Gerade bei App-Fahrten ist die Unterscheidung nicht immer offensichtlich. In Deutschland vermitteln Plattformen wie Uber in der Regel Fahrten an lizenzierte Mietwagenunternehmen mit Fahrern. Das ist rechtlich etwas anderes als ein Taxi, das am Taxistand wartet, auf der Straße herangewunken wird oder telefonisch bestellt wird. FĂŒr FahrgĂ€ste ist diese Einordnung wichtig, weil sich daraus unterschiedliche Regeln zu Preis, Beförderung, Stornierung, Beschwerden und Haftung ergeben können.

Hinzu kommt: Viele StreitfÀlle entstehen nicht bei spektakulÀren Ereignissen, sondern im Alltag. Der Fahrer nimmt einen Umweg, die App zeigt plötzlich einen höheren Preis, ein Taxi verweigert eine kurze Strecke, GepÀck wird beschÀdigt oder die Fahrt wird kurz vor Abholung storniert. Wer dann seine Rechte kennt, kann ruhiger reagieren, Belege sichern und die Beschwerde an die richtige Stelle richten.

Der folgende Überblick erklĂ€rt die wichtigsten Fahrgastrechte bei Taxi, Mietwagen und App-vermittelten Fahrten. Er ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall, hilft aber dabei, typische Situationen rechtlich besser einzuordnen.

Taxi, Mietwagen und App-Fahrt: Wo liegt der rechtliche Unterschied?

FĂŒr FahrgĂ€ste sieht vieles gleich aus: Ein Auto kommt, der Fahrer kennt das Ziel, am Ende wird bezahlt. Juristisch stehen dahinter aber unterschiedliche Modelle. Beim Taxi handelt es sich um den klassischen Gelegenheitsverkehr mit besonderen öffentlich-rechtlichen Pflichten. Mietwagen mit Fahrer dĂŒrfen ebenfalls Personen befördern, unterliegen aber anderen Regeln. App-Anbieter vermitteln hĂ€ufig nur die Fahrt; der eigentliche Beförderungsvertrag kann mit einem Verkehrsunternehmen zustande kommen.

Diese Unterscheidung beeinflusst vor allem drei Punkte: den Preis, die Pflicht zur Beförderung und die Frage, an wen sich FahrgĂ€ste bei Problemen wenden sollten. WĂ€hrend Taxis meist an behördlich festgelegte Tarife gebunden sind, werden Mietwagenpreise hĂ€ufig vor oder wĂ€hrend der Buchung ĂŒber die App angezeigt. Das kann fĂŒr FahrgĂ€ste komfortabel sein, verlangt aber Aufmerksamkeit bei ZuschlĂ€gen, StornogebĂŒhren und dynamischen Preisen.

FahrtartTypische BestellungPreisbildungBesonderheiten fĂŒr FahrgĂ€ste
TaxiTaxistand, Straße, Telefon, AppMeist örtlich geregelter TaxitarifBeförderungspflicht im Pflichtfahrgebiet, Quittungsanspruch, Taxameter
Mietwagen mit FahrerVorbestellung, hÀufig per AppVereinbarter oder in der App angezeigter PreisKeine klassische Taxibeförderung, andere Annahme- und Stornoregeln
App-vermittelte FahrtSmartphone-AppJe nach Anbieter und VerkehrsunternehmenVertragspartner und Beschwerdeweg genau prĂŒfen

Wer seine Rechte durchsetzen will, sollte deshalb zuerst klĂ€ren, wer die Fahrt tatsĂ€chlich durchgefĂŒhrt hat. Der Name des Unternehmens, die Fahrzeugdaten, die Quittung und die BuchungsbestĂ€tigung sind dafĂŒr oft entscheidend.

Der Beförderungsvertrag: Was FahrgĂ€ste erwarten dĂŒrfen

Mit der Fahrt kommt regelmĂ€ĂŸig ein Beförderungsvertrag zustande. Dabei schuldet das Unternehmen nicht bloß irgendeine Fahrt, sondern die vereinbarte Beförderung zum Ziel. Maßgeblich sind die konkrete Buchung, die geltenden Tarife oder Vertragsbedingungen und die allgemeinen Regeln des Zivilrechts. FĂŒr vertragliche Grundfragen ist insbesondere das BĂŒrgerliche Gesetzbuch relevant.

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FahrgĂ€ste dĂŒrfen erwarten, dass die Fahrt sicher, ohne unnötige Umwege und mit einem geeigneten Fahrzeug durchgefĂŒhrt wird. Das bedeutet nicht, dass jede Verzögerung automatisch zu einem Anspruch fĂŒhrt. Verkehr, Baustellen, Sperrungen oder kurzfristige Änderungen können eine lĂ€ngere Strecke rechtfertigen. Problematisch wird es aber, wenn ein Fahrer ohne nachvollziehbaren Grund einen deutlich lĂ€ngeren Weg nimmt oder ein vereinbartes Ziel nicht anfĂ€hrt.

Wichtig fĂŒr die Praxis: Bei Streit ĂŒber Preis, Strecke oder Stornierung sollten FahrgĂ€ste sofort Screenshots der Buchung, der angezeigten Route, des Preises und der Quittung sichern. Je besser der Ablauf dokumentiert ist, desto leichter lĂ€sst sich spĂ€ter nachvollziehen, ob eine Beschwerde berechtigt ist.

Bei App-Fahrten lohnt ein Blick in die Buchungsdetails. Dort steht hĂ€ufig, welches Unternehmen die Fahrt ausfĂŒhrt und welche Kosten anfallen. Der App-Anbieter kann Ansprechpartner fĂŒr den Kundenservice sein, rechtlich muss aber nicht jeder Anspruch automatisch gegen die Plattform selbst bestehen. Entscheidend ist, wer Vertragspartner geworden ist und welche Rolle die Plattform ĂŒbernommen hat.

Preis, Taxameter und App-Tarif: Wann Kosten beanstandet werden können

Beim Taxi richtet sich der Fahrpreis in vielen StĂ€dten und Landkreisen nach einem behördlich festgelegten Tarif. Der Fahrer darf dann nicht frei verhandeln, sondern muss den geltenden Tarif anwenden. Üblicherweise wird der Fahrpreis ĂŒber das Taxameter ermittelt. Festpreise können je nach örtlicher Regelung möglich sein, sollten aber klar vereinbart oder tariflich vorgesehen sein.

Bei Mietwagen und App-vermittelten Fahrten kommt es stĂ€rker auf die Preisangabe vor der Buchung an. Wird ein Festpreis angezeigt und bestĂ€tigt, spricht viel dafĂŒr, dass dieser Preis Grundlage der Fahrt ist. Wird nur eine SchĂ€tzung angezeigt, kann der Endpreis abweichen. FahrgĂ€ste sollten daher genau darauf achten, ob die App von einem festen Preis, einer Preisspanne oder einer unverbindlichen SchĂ€tzung spricht.

Typische Preisprobleme

HĂ€ufige Streitpunkte sind ZuschlĂ€ge, Wartezeiten, StornogebĂŒhren und dynamische Preise bei hoher Nachfrage. Dynamische Preisgestaltung ist nicht schon deshalb unzulĂ€ssig, weil sie fĂŒr FahrgĂ€ste ungĂŒnstig ist. Sie muss aber transparent sein. Wer vor dem Klick auf „Buchen“ nicht erkennen kann, welche Kosten anfallen oder unter welchen Bedingungen weitere GebĂŒhren entstehen, hat zumindest einen nachvollziehbaren Grund, die Abrechnung zu prĂŒfen.

Bei Taxis kann auch ein ausgeschaltetes oder falsch bedientes Taxameter Anlass zur Beschwerde sein. FahrgÀste sollten in solchen FÀllen die Taxinummer, das Kennzeichen, Datum, Uhrzeit und Strecke notieren. Eine Quittung ist besonders wichtig. Sie sollte mindestens Fahrpreis, Datum, Strecke oder Start- und Zielpunkt sowie Angaben zum Taxiunternehmen enthalten.

Kurz erklÀrt: Je transparenter der Preis vor Fahrtbeginn erkennbar war, desto schwerer lÀsst sich eine spÀtere Abrechnung beanstanden. Unklare ZuschlÀge sollten FahrgÀste aber nicht kommentarlos hinnehmen.

Fahrpreisanzeige-im-Taxi-bei-Stadtverkehr

Darf ein Taxi eine Fahrt ablehnen?

Ein klassisches Taxi darf FahrgĂ€ste im Pflichtfahrgebiet grundsĂ€tzlich nicht ohne sachlichen Grund abweisen. Das gilt auch fĂŒr kurze Strecken. Gerade am Bahnhof oder Flughafen kommt es dennoch vor, dass Fahrer lieber lĂ€ngere Fahrten annehmen möchten. FĂŒr FahrgĂ€ste ist das Ă€rgerlich und kann eine Beschwerde bei der zustĂ€ndigen Taxi- oder Ordnungsbehörde rechtfertigen.

Es gibt allerdings Situationen, in denen eine Ablehnung nachvollziehbar sein kann. Das kann etwa gelten, wenn der Fahrgast stark alkoholisiert ist, andere gefĂ€hrdet, das Fahrzeug beschĂ€digen könnte oder unzumutbare GegenstĂ€nde transportieren möchte. Auch wenn ein Ziel außerhalb des Pflichtfahrgebiets liegt, können andere Regeln gelten. Ob eine Ablehnung berechtigt war, hĂ€ngt deshalb vom konkreten Ablauf ab.

Bei Mietwagen mit Fahrer ist die Lage anders. Dort besteht nicht dieselbe klassische Beförderungspflicht wie beim Taxi. Eine Fahrt wird regelmĂ€ĂŸig durch vorherige Buchung angenommen. Wird sie bestĂ€tigt, darf sie aber nicht beliebig und grundlos wieder aufgehoben werden. Kommt es kurzfristig zu einer Absage, kann unter UmstĂ€nden ein Anspruch auf Erstattung bereits gezahlter BetrĂ€ge oder auf anderweitige KlĂ€rung bestehen.

Stornierung, Wartezeit und No-Show: Was gilt bei App-Fahrten?

App-Fahrten machen vieles bequem, verlagern aber auch viele Details in die Nutzungsbedingungen. Dort steht meist, ab wann StornogebĂŒhren anfallen, wie lange ein Fahrer wartet und was passiert, wenn Fahrgast oder Fahrer nicht erscheinen. Solche Regelungen sind nicht automatisch wirksam, nur weil sie in einer App stehen. Sie mĂŒssen transparent sein und dĂŒrfen Verbraucher nicht unangemessen benachteiligen.

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In der Praxis ist die Beweislage oft entscheidend. Wenn ein Fahrer angeblich am Abholort war, der Fahrgast ihn aber nicht finden konnte, helfen Screenshots, ChatverlĂ€ufe und Standortdaten. Umgekehrt sollten FahrgĂ€ste realistische Abholpunkte wĂ€hlen und erreichbar bleiben. Wer eine Fahrt bestellt und dann nicht erscheint, muss eher mit einer GebĂŒhr rechnen.

Besonders heikel sind Stornierungen kurz vor wichtigen Terminen, etwa vor einem Flug oder einer Bahnreise. Wird eine Fahrt ohne Ersatzmöglichkeit storniert, kann das erhebliche Folgen haben. Ob daraus ein weitergehender Schadensersatzanspruch entsteht, ist jedoch stark einzelfallabhĂ€ngig. Bei Reiseleistungen lohnt außerdem die Abgrenzung: Ist der Transfer Teil einer gebuchten Pauschalreise, können andere Regeln greifen. Dazu passt der Überblick Pauschalreise storniert – welche Rechte habe ich?.

Umwege, schlechte Fahrweise und Sicherheitsbedenken

FahrgĂ€ste mĂŒssen keine riskante Fahrweise hinnehmen. Wer den Eindruck hat, dass ein Fahrer deutlich zu schnell fĂ€hrt, telefoniert, aggressiv fĂ€hrt oder Verkehrsregeln missachtet, sollte die Situation ansprechen, soweit das gefahrlos möglich ist. Bleibt das Verhalten unverĂ€ndert, kann es sinnvoll sein, die Fahrt an einem sicheren Ort zu beenden und den Vorfall zu melden.

Bei Umwegen kommt es auf den Grund an. Eine lĂ€ngere Strecke kann wegen Stau, Baustelle, Sperrung oder einer verkehrsgĂŒnstigeren Route sinnvoll sein. Nicht jeder Umweg ist also rechtswidrig. Fehlt aber jede plausible ErklĂ€rung, sollten FahrgĂ€ste die gefahrene Route dokumentieren. Bei App-Fahrten ist die Route hĂ€ufig in der FahrtĂŒbersicht abrufbar; beim Taxi können Notizen und Kartenverlauf helfen.

Wer sich im Verkehrsrecht allgemein orientieren möchte, findet auf rechtstipps.net auch BeitrĂ€ge zu angrenzenden Themen wie Alkohol am Steuer, Unfallflucht und Blitzer und Messfehler. Diese Themen betreffen zwar vor allem Fahrer, zeigen aber, welche rechtlichen Folgen riskantes Verhalten im Straßenverkehr haben kann.

Unfall wÀhrend der Fahrt: Wer haftet?

Kommt es wÀhrend einer Taxifahrt oder Mietwagenfahrt zu einem Unfall, stehen zunÀchst Sicherheit und medizinische Versorgung im Vordergrund. FahrgÀste sollten, soweit möglich, Unfallort, Kennzeichen, Fahrer- und Unternehmensdaten sowie Zeugen notieren. Bei Verletzungen ist eine Àrztliche Dokumentation wichtig.

Rechtlich kommen je nach Situation AnsprĂŒche gegen Fahrer, Fahrzeughalter, das befördernde Unternehmen oder Versicherer in Betracht. Welche AnsprĂŒche bestehen, hĂ€ngt unter anderem davon ab, wer den Unfall verursacht hat und welche SchĂ€den entstanden sind. FahrgĂ€ste sollten in solchen FĂ€llen keine vorschnellen ErklĂ€rungen abgeben und keine Abfindung akzeptieren, ohne die Folgen zu kennen.

Bei App-Fahrten ist zusĂ€tzlich wichtig, das ausfĂŒhrende Unternehmen zu identifizieren. Die App-Buchung allein reicht fĂŒr die spĂ€tere Regulierung nicht immer aus. Quittung, Fahrt-ID und Fahrzeugdaten sollten deshalb gespeichert werden.

GepÀck, Kinder, Tiere und Barrierefreiheit

Auch bei scheinbar einfachen Fragen lohnt ein genauer Blick. Normales GepĂ€ck gehört bei Taxifahrten ĂŒblicherweise dazu, solange es in GrĂ¶ĂŸe und Gewicht zum Fahrzeug passt und keine Gefahr verursacht. Sperrige GegenstĂ€nde, stark verschmutzte Sachen oder gefĂ€hrliche GĂŒter können dagegen Probleme bereiten. Bei Mietwagenfahrten richtet sich vieles nach der Buchung und den Bedingungen des Anbieters.

Bei Kindern stellt sich hĂ€ufig die Frage nach Kindersitzen. FahrgĂ€ste sollten nicht davon ausgehen, dass jedes Fahrzeug spontan passende RĂŒckhaltesysteme bereithĂ€lt. Wer mit kleinen Kindern fĂ€hrt, sollte den Bedarf bei der Bestellung angeben oder selbst geeignete Sitze mitbringen, wenn das praktisch möglich ist. Die Verantwortung fĂŒr eine sichere Beförderung lĂ€sst sich nicht allein auf „die App“ abschieben.

Bei Assistenzhunden und FahrgĂ€sten mit MobilitĂ€tseinschrĂ€nkungen können besondere Schutz- und Gleichbehandlungsfragen berĂŒhrt sein. Eine pauschale Ablehnung ist rechtlich riskant, wenn kein sachlicher Grund vorliegt. Praktisch empfiehlt es sich, besondere Anforderungen schon bei der Bestellung anzugeben und bei Problemen den Vorgang genau zu dokumentieren.

Beschwerde richtig einreichen: So gehen FahrgÀste vor

Eine erfolgreiche Beschwerde beginnt nicht mit Empörung, sondern mit Fakten. Wer sich ĂŒber eine Fahrt beschweren möchte, sollte den Vorfall kurz, sachlich und chronologisch schildern. Wichtig sind Datum, Uhrzeit, Abhol- und Zielort, Kennzeichen, Fahrername soweit bekannt, Fahrt-ID, Preis, Zahlungsart und der konkrete Beanstandungsgrund.

Bei App-Fahrten fĂŒhrt der erste Weg meist ĂŒber den Kundenservice in der App. Dort lassen sich Abrechnungen beanstanden, verlorene GegenstĂ€nde melden oder SicherheitsvorfĂ€lle schildern. Bei Taxis kann zusĂ€tzlich die örtlich zustĂ€ndige Behörde oder Taxizentrale Ansprechpartner sein. Welche Stelle zustĂ€ndig ist, hĂ€ngt vom Ort und vom Unternehmen ab.

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FĂŒr die rechtliche Einordnung können Gesetzestexte hilfreich sein. Eine zentrale amtliche Sammlung bietet Gesetze im Internet. FĂŒr Verbraucher ist allerdings wichtig: Das Lesen einzelner Vorschriften ersetzt nicht die PrĂŒfung des konkreten Falls. Gerade bei Schadensersatz, Unfallfolgen oder DiskriminierungsvorwĂŒrfen kann anwaltlicher Rat sinnvoll sein.

Welche Unterlagen FahrgÀste sichern sollten

Zu den wichtigsten Nachweisen gehören Quittungen, App-Screenshots, E-Mails, ChatverlÀufe, KartenverlÀufe, Fotos vom Fahrzeug und Namen möglicher Zeugen. Bei beschÀdigtem GepÀck sollten Fotos unmittelbar nach der Fahrt gemacht werden. Bei gesundheitlichen Beschwerden nach einem Unfall sollte eine Àrztliche Untersuchung nicht unnötig aufgeschoben werden.

Wer eine RĂŒckerstattung verlangt, sollte genau benennen, welche Kosten erstattet werden sollen und warum. Pauschale VorwĂŒrfe sind weniger ĂŒberzeugend als eine klare Darstellung: gebuchter Preis, berechneter Preis, behaupteter Fehler und gewĂŒnschte Korrektur.

Wann lohnt sich rechtliche Hilfe?

Bei kleineren Abrechnungsfehlern genĂŒgt oft eine Beschwerde beim Anbieter. Anders sieht es aus, wenn ein erheblicher Schaden entstanden ist, ein Unfall Verletzungen verursacht hat oder die Gegenseite AnsprĂŒche ablehnt. Dann kann rechtliche Beratung helfen, Fristen, Anspruchsgegner und Beweise richtig einzuordnen.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Versicherer oder Unternehmen schnelle ErledigungserklĂ€rungen anbieten. Was zunĂ€chst unkompliziert wirkt, kann spĂ€tere AnsprĂŒche ausschließen oder erschweren. FahrgĂ€ste sollten daher verstehen, was sie unterschreiben oder per Klick bestĂ€tigen.

Auch bei wiederholten Problemen mit einem bestimmten Unternehmen kann eine sachlich dokumentierte Beschwerde mehr bewirken als eine einzelne Bewertung im Internet. Bewertungen können zwar andere Nutzer warnen, ersetzen aber keine formelle Reklamation, wenn Geld zurĂŒckverlangt oder ein Vorfall geprĂŒft werden soll.

Fazit: Rechte kennen, Belege sichern, ruhig bleiben

Fahrgastrechte bei Taxi, Mietwagen und App-vermittelten Fahrten hÀngen stark davon ab, welche Art von Fahrt gebucht wurde. Beim Taxi gelten andere Regeln als beim Mietwagen mit Fahrer. App-Anbieter können die Buchung erleichtern, Àndern aber nicht automatisch die rechtliche Einordnung der Beförderung.

FĂŒr FahrgĂ€ste sind vor allem vier Punkte entscheidend: der erkennbare Preis vor Fahrtbeginn, die sichere und vertragsgemĂ€ĂŸe DurchfĂŒhrung, eine nachvollziehbare Abrechnung und eine gute Dokumentation bei Problemen. Wer Quittungen, Screenshots und Fahrtinformationen sichert, hat bei Beschwerden deutlich bessere Karten.

Nicht jeder Ärger fĂŒhrt zu einem Anspruch. Stau, Wartezeit oder eine geĂ€nderte Route können sachliche GrĂŒnde haben. Werden FahrgĂ€ste aber ohne nachvollziehbaren Grund abgewiesen, ĂŒberhöht abgerechnet, unsicher befördert oder nach einem Vorfall allein gelassen, sollten sie ihre Rechte prĂŒfen und die zustĂ€ndigen Ansprechpartner einschalten.

Die wichtigsten Fragen

Die folgenden Antworten greifen typische Fragen auf, die FahrgÀste nach einer problematischen Fahrt hÀufig stellen.

Welche Rechte habe ich, wenn ein Taxi eine kurze Fahrt ablehnt?

Innerhalb des Pflichtfahrgebiets darf ein Taxi eine Fahrt grundsĂ€tzlich nicht allein deshalb ablehnen, weil sie kurz ist. Eine Ablehnung kann aber gerechtfertigt sein, wenn ein sachlicher Grund vorliegt, etwa eine GefĂ€hrdung, erhebliche Verschmutzungsgefahr oder ein unzumutbares Verhalten des Fahrgasts. Wer sich zu Unrecht abgewiesen fĂŒhlt, sollte Taxinummer, Kennzeichen, Ort und Uhrzeit notieren und den Vorfall melden.

Kann ich bei Uber oder einer anderen App den Fahrpreis zurĂŒckfordern?

Eine Erstattung kommt in Betracht, wenn falsch abgerechnet wurde, ein nicht vereinbarter Zuschlag auftaucht oder die Fahrt nicht wie gebucht erbracht wurde. Entscheidend sind die Buchungsanzeige, die Preisangabe, die Bedingungen des Anbieters und die tatsĂ€chliche Fahrt. FahrgĂ€ste sollten Screenshots und Quittungen sichern und die Reklamation möglichst konkret begrĂŒnden.

Muss ich StornogebĂŒhren zahlen, wenn der Fahrer nicht am Abholort war?

Nicht unbedingt. Wenn der Fahrer den vereinbarten Abholort nicht erreicht hat oder fĂŒr den Fahrgast nicht auffindbar war, kann eine StornogebĂŒhr zweifelhaft sein. Hilfreich sind Standort-Screenshots, ChatverlĂ€ufe und die genaue Uhrzeit. War der Fahrer dagegen nachweisbar vor Ort und der Fahrgast nicht erreichbar, kann eine GebĂŒhr eher gerechtfertigt sein.

Was kann ich tun, wenn der Fahrer einen unnötigen Umweg gefahren ist?

FahrgĂ€ste sollten zunĂ€chst prĂŒfen, ob es nachvollziehbare GrĂŒnde gab, etwa Stau, Baustellen oder Sperrungen. Fehlt eine plausible ErklĂ€rung, sollten Route, Fahrtdauer, Preis und Quittung dokumentiert werden. Bei App-Fahrten lĂ€sst sich die Strecke oft in der FahrtĂŒbersicht nachvollziehen. Anschließend kann der Preis beim Anbieter oder Taxiunternehmen beanstandet werden.

Wer ist verantwortlich, wenn bei einer Fahrt ein Unfall passiert?

Das hĂ€ngt davon ab, wer den Unfall verursacht hat und welches Unternehmen die Fahrt durchgefĂŒhrt hat. AnsprĂŒche können sich gegen Fahrer, Halter, Verkehrsunternehmen oder Versicherer richten. FahrgĂ€ste sollten Unfall- und Fahrzeugdaten sichern, Verletzungen Ă€rztlich dokumentieren lassen und bei grĂ¶ĂŸeren SchĂ€den keine vorschnellen ErklĂ€rungen abgeben.

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