§ 275 HGB – Gliederung
Wortlaut von § 275 HGB, unverändert übernommen aus der amtlichen Quelle.
Amtlicher Wortlaut
(1) Die Gewinn- und Verlustrechnung ist in Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren oder dem Umsatzkostenverfahren aufzustellen. Dabei sind die in Absatz 2 oder 3 bezeichneten Posten in der angegebenen Reihenfolge gesondert auszuweisen.
(2) Bei Anwendung des Gesamtkostenverfahrens sind auszuweisen:
- 1.
- Umsatzerlöse
- 2.
- Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
- 3.
- andere aktivierte Eigenleistungen
- 4.
- sonstige betriebliche Erträge
- 5.
- Materialaufwand:
- a)
- Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren
- b)
- Aufwendungen für bezogene Leistungen
- 6.
- Personalaufwand:
- a)
- Löhne und Gehälter
- b)
- soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung,davon für Altersversorgung
- 7.
- Abschreibungen:
- a)
- auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
- b)
- auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten
- 8.
- sonstige betriebliche Aufwendungen
- 9.
- Erträge aus Beteiligungen,davon aus verbundenen Unternehmen
- 10.
- Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens,davon aus verbundenen Unternehmen
- 11.
- sonstige Zinsen und ähnliche Erträge,davon aus verbundenen Unternehmen
- 12.
- Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
- 13.
- Zinsen und ähnliche Aufwendungen,davon an verbundene Unternehmen
- 14.
- Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
- 15.
- Ergebnis nach Steuern
- 16.
- sonstige Steuern
- 17.
- Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag.
(3) Bei Anwendung des Umsatzkostenverfahrens sind auszuweisen:
- 1.
- Umsatzerlöse
- 2.
- Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
- 3.
- Bruttoergebnis vom Umsatz
- 4.
- Vertriebskosten
- 5.
- allgemeine Verwaltungskosten
- 6.
- sonstige betriebliche Erträge
- 7.
- sonstige betriebliche Aufwendungen
- 8.
- Erträge aus Beteiligungen,davon aus verbundenen Unternehmen
- 9.
- Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens,davon aus verbundenen Unternehmen
- 10.
- sonstige Zinsen und ähnliche Erträge,davon aus verbundenen Unternehmen
- 11.
- Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
- 12.
- Zinsen und ähnliche Aufwendungen,davon an verbundene Unternehmen
- 13.
- Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
- 14.
- Ergebnis nach Steuern
- 15.
- sonstige Steuern
- 16.
- Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag.
(4) Veränderungen der Kapital- und Gewinnrücklagen dürfen in der Gewinn- und Verlustrechnung erst nach dem Posten "Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag" ausgewiesen werden.
(5) Kleinstkapitalgesellschaften (§ 267a) können anstelle der Staffelungen nach den Absätzen 2 und 3 die Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt darstellen:
- 1.
- Umsatzerlöse,
- 2.
- sonstige Erträge,
- 3.
- Materialaufwand,
- 4.
- Personalaufwand,
- 5.
- Abschreibungen,
- 6.
- sonstige Aufwendungen,
- 7.
- Steuern,
- 8.
- Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag.
Fußnoten
(+++ § 275: Zur Anwendung vgl. Art. 75 Abs. 1 HGBEG +++)
Einordnung
Die Vorschrift enthält mehrere Regelungsbereiche. Welcher gilt, hängt von der konkreten Fallgestaltung ab.
Wer auf diese Vorschrift verweist
Andere Vorschriften nehmen auf § 275 Bezug. Solche Querverweise zeigen, wo eine Norm im Regelungsgefüge tatsächlich wirkt.
- § 253 HGB Zugangs- und Folgebewertung
- § 276 HGB Größenabhängige Erleichterungen
- § 285 HGB Sonstige Pflichtangaben
- § 298 HGB Anzuwendende VorschriftenErleichterungen
- § 330 HGB
- § 334 HGB Bußgeldvorschriften
- § 340a HGB Anzuwendende Vorschriften
- § 341a HGB Anzuwendende Vorschriften
Davor und danach
Das HGB umfasst insgesamt 696 Vorschriften. Die vollständige Übersicht führt zu jedem einzelnen Paragrafen. Zur Übersicht des HGB
Amtliche Fundstelle
Der Text stammt aus der amtlichen Fassung, die das Bundesamt für Justiz unter gesetze-im-internet.de veröffentlicht. Stand der Fassung: Zuletzt geändert durch Art. 4 G v. 4.2.2.
Der Wortlaut ist amtlich, die Einordnung redaktionell. Für die Anwendung auf einen konkreten Sachverhalt ersetzt beides keine Beratung.

